KE 5/2008

Vor einigen Wochen traf ich einen Ehemaligen, der mir erklärte, wie das Altsaxophon aussah, auf dem er vor etwa 35 Jahren spielen lernte. Es war ein altes Instrument, das der FM gehörte und es nahm mich Wunder, ob es allenfalls noch in einem Schrank vorhanden ist. Ich denke, dass ich es gefunden habe, aber bei der Suche begegnete ich noch zwei Instrumenten, die ich mit Staunen betrachtete und sie dann als Metallklarinetten identifizierte. Bis anhin war mir nicht einmal bekannt, dass es die Metall-Variante auch in der Klarinettenfamilie gab - bei den Oboen waren es die Sarrusophone. Diese Instrumente (Modell Collegiate) waren von der Firma Holton in Elkhorn (Wisconsin USA) vermutlich in den frühen 1930er-Jahren gebaut worden. Wann sie in der Studentenmusik in Gebrauch waren, weiss ich nicht.
In unserer Chronik fand ich einen Abschnitt, welchen der damalige Rektor P. Benno Kühne im Oktober 1906 schrieb. Er äusserte sich darin auch zu den Instrumenten, die in der Studentenmusik am Ende des 19. Jahrhunderts verwendet worden waren:
„...Ja die damaligen Instrumente! Was würden unsere Jungens von heute für Gesichter schneiden, wenn man es wagen sollte, ihnen solche Tonwerkzeuge anzubieten. O jene unverwüstlichen Es- u. B-Basstrompeten. Jenes "stocktief" genannte Solo!Tenorhorn mit seinem zähen Leben, trotz seiner unheimlichen Engbrüstigkeit. Auch 2 Waldhörner, natürlich ohne Ventile, waren als Begleitstimmen im Gebrauch.
Zylinder-Instrumente waren noch selten. Die "Spritzmaschinen" verbreiteten einen angenehmen Landregen über die Nachbarschaft, u. nicht ohne Geräusche dienten sie dem Kunsthandwerk. Die Bässe! Welche komische Formen z.T. Ja gewiss: es fehlte nicht an Humor bei jenen Instrumenten. Beim Holz stand es aber besser. Zum Piccolo gesellten sich noch 1 od. sogar 2 Es-Flöten, welche aber kaum von Nöten.
Und wie wurde geblasen? Wenn ich mich recht erinnere, ging das Urteil dahin, dass ein wesentlicher Fortschritt gegen früher nicht zu leugnen sei. Man war auch mit Liebe u. Begeisterung bei der Sache. Wann wurde geblasen? - Die allgemeinen Proben wurden je Dienstag u. Donnerstag 1-2 Uhr gehalten. Das erste öffentliche Auftreten "am Hofe" erfolgte in der Oster-Examenwoche, indem Mittwoch u. Donnerstag abends den Professoren des Lyceums zuerst u. dann jenen des Gymnasiums ein Ständchen gebracht wurde, natürlich ohne finanziellen Erfolg..."

Marcel Schuler

Nächster Konzerttermin:

Laetarekonzert 2009: Samstag, 4. April um 19.30 Uhr im Theatersaal der Stiftsschule