KE 3/2007

Vom 1. bis zum 5. Mai war die Studentenmusik in Deutschland, um an Schulen in Nürnberg, Bamberg und Tennenlohe und für die Bevölkerung von Uffenheim zu spielen. Es hat sich in den letzten Jahren bewährt, vor allem in Schulen statt in leeren Konzertsälen aufzutreten - dort ist sicher ein Publikum da. Und wir alle fühlten uns belohnt für unsere Arbeit durch die ehrliche Begeisterung der Kinder. Ich denke, es hat allen unglaublich Spass gemacht, in Nürnberg-Reichelsdorf den Kindern die Instrumente zu zeigen oder in Tennenlohe zu erleben, dass wir mit dem Stück „Gotta Get Down" um einiges leiser waren als der Schlussapplaus der 150 Schülerinnen und Schüler; wer das Stück kennt, weiss, was das heisst. Völlig engagiert machten die Kinder auch bei der von Assistentin Linda moderierten punktuellen Instrumentenkunde oder dem Schnellkurs in Schweizerdeutsch mit. Hoffen wir, dass diese Begeisterung anhält und die Schülerinnen und Schüler von Tennenlohe wirklich die Instrumente lernen, die sie ihrem Direktor, Herrn Gradert, nannten, als er sie fragte, was sie nun spielten möchten.
Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten am Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg schauten zum Teil recht ungläubig, als wir erklärten, dass wir diese Konzertreisen jeweils während der Ferien machen. Ganz klar stehen die Konzerte im Mittelpunkt unserer Reisen, aber es sollen auch Ferien sein. Diesmal waren die meisten musikalischen Aktivitäten auf den Vormittag gelegt, so dass die Nachmittage und Abende zum Teil frei waren. So konnten Interessierte dank den guten Verbindungen eines Freundes von mir, der im Orchester der Nürnberger Oper spielt, die Oper „Faust" von Gounod hören. Als ich das Angebot für diesen Opernbesuch machte, meldeten sich nicht weniger als 17 an; und dabei wies ich noch darauf hin, dass sich nur wirklich Interessierte melden sollen. Am freien Nachmittag des zweitletzten Tages bot ich an, mit unserem Bus zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände zu fahren. Wer möchte, könne dort das Doku-Zentrum oder das nahe gelegene Sea Life besuchen. Und wer wolle, könne auch selbständig die Stadt Nürnberg weiter erkunden. Ich war mehr als erstaunt, als alle 43 FM-Mitglieder im Bus sassen und dann gemeinsam das Doku-Zentrum besuchten.
Immer wieder wurde ich auf das vorbildliche Verhalten unserer Musikerinnen und Musiker angesprochen. Sei es im Hotel oder auch bei den verschiedenen Konzerten. Ganz bestimmt spielt da auch das Vorbild unserer Komiteemitglieder unter der Führung von Kapellmeisterin Yvette eine grosse Rolle. Sie nimmt die Verantwortung ihres Amtes auf sehr angenehme Weise wahr und wurde so zur von der ganzen FM respektierten Persönlichkeit. Auch Materialchef Mathias und sein Schlagzeug-Kollege Lukas wirkten zum Teil wahre Wunder. Lukas schon beim Beladen des Busses vor der Abfahrt in Einsiedeln. Er wusste jeden Kubikzentimeter der Laderäume auszunutzen, so dass am Schluss mehr als genug Platz vorhanden war. Es war aber auch erstaunlich, wie sich alle einsetzten, um keine Zeit mit Aufstellen und Abräumen zu verlieren. Der absolute Rekord wurde wohl in Tennenlohe aufgestellt, als innert 25 Minuten alles aufgebaut und 10 Minuten nach dem Schlussapplaus wieder alles im Bus verstaut war. Und das mit dem grossen Material inklusive Verstärker, Klavier etc. Ob dabei der später vorgesehene Besuch eines Weingutes mit kleiner Degustation bei Uffenheim so motivierend wirkte?
Das Begleiterteam war diesmal leicht verändert. Da Elena Stäger leider nicht mitreisen konnte, hatte sich kurzfristig unsere ehemalige Klarinettistin Ursula Birchler bereit erklärt mitzuhelfen. Und das war wohl ein Glückstreffer! Sie hat ohne grosse Hinweise ihre Rolle im Team gefunden und selbständig Aufgaben übernommen, ohne dass ich gross hätte darauf hinweisen müssen. So hat sie jeden Abend die Anwesenheitskontrolle bei den unteren drei Klassen durchgeführt. Die FM-ler waren aber so pünktlich, dass sie einmal sogar ungewollt ein Zimmer aufgeweckt hat bei der Kontrolle.
Für mich war es eine der entspannendsten Konzertreisen überhaupt und ich freue mich bereits auf das nächste Jahr.

Marcel Schuler

Nächster Auftritt:

Valete: Donnerstag, 28. Juni, 18.45 Uhr im Abteihof.