Jahresbericht 2005/2006

Mit dem Start in ein neues Schuljahr begann auch für die FM ein neuer Abschnitt. Am 2. September trafen wir uns zum ersten Mal, um zu proben. Und wie das so üblich ist, wenn die FM im vorhergehenden Schuljahr ihre Top-Elitespieler mit der Matura an Unis, ETH und Zwischenjahre verliert, mussten wir mit der Probenarbeit praktisch wieder vom Nullpunkt aus beginnen. Mit dem Verlust der Maturaklasse war beinahe das ganze Blechblasregister ausgelöscht worden und da in naher Zukunft kein blechernes Wunder zu erwarten war, mussten wir die für den Herbst vorgesehenen Ständchen leider absagen.
Stattdessen nutzte man die Zeit für die dringend nötigen Proben und das Blechregister wurde zusätzlich durch ein zweites Tenorsaxophon verstärkt.
Am 28. Oktober galt es für die neue Besetzung, ihre erste Feuerprobe zu bestehen. So hatten wir uns dazu bereit erklärt, die Feier zu Ehren des Ständeratspräsidenten und ehemaligen Stiftsschülers Bruno Frick musikalisch zu umrahmen. Die Leistung war zwar nicht glänzend, in anbetracht der Umstände aber recht passabel. Auch Herr Frick animierte die Nicht-FM-ler der Schule, sie sollten doch alle Sousaphon lernen, zu seiner Zeit sei es die grösste Ehre gewesen, dieses Instrument zu spielen und auch er habe es gespielt! Diesem Ruf der Ehre ist auch Irmgard gefolgt, denn sie hatte sich vor den Herbstferien entschlossen, das Instrument zu lernen. Gesagt, getan: Wenige Wochen später war ihr winziges Piccolo zu einem ausgewachsenen Sousaphon mutiert.
So ging es also weiter mit den Proben und hin und wieder erfreute auch ein neues Gesicht die FM, so dass die leer gewordenen Plätze nach und nach wieder neu besetzt wurden. Nur mit der Qualität stand es nach wie vor nicht zum Besten. Aus diesem Grund wurde bei einer Komitee-Sitzung beschlossen, dass neu zusätzliche Registerproben unter der Leitung verschiedener FM-Mitglieder und dazu die altbewährten Einzelproben bei Herrn Schuler wieder eingeführt werden sollen.
Ob es der furchteinflössenden Autorität oder der Genialität Herrn Schulers als Lehrer zu verdanken war, dass viele Bläserinnen und Bläser danach eifrig zu üben begannen, weiss nur der liebe Gott...
Ein trauriges Kapitel dieses Jahres war die Verabschiedung Pater Romans aus der FM. Nachdem er die Studentenmusik zuerst viele Jahre selbst geleitet und danach an seinem legendären roten Bass darin mitgewirkt hatte, tat es allen sehr weh, ihn gehen zu lassen.
So spielten wir am 1. April das 53. Laetarekonzert zum ersten Mal ohne Pater Roman, der aber treu im Publikum unseren Tönen lauschte.
Auch die fünf Sechstklässerinnen verabschiedeten sich mit einer Produktion, die einiges an Aufsehen erregte: Sie hatten eine riesige Horde Ehemalige aufgeboten, mit deren Verstärkung sich auch das Abschieds-Ständchen von „nur" fünf Maturandinnen sehen und hören liess.
Die Destination der diesjährigen Tournee war auch schon bekannt: Wie vor sieben Jahren sollte das Ziel die sagenumwobene Stadt Rom sein.
Am 8. Mai herrschte fröhliche Aufbruchstimmung, als sich die FM mit ihrem bewährten Leiterteam, bestehend aus Marcel Schuler (Dirigent und Gesamtleiter), Elena Stäger (FM-Betreuerin in allen Lebenslagen), Linda Morgenthaler (Assistentin), Marcell Schuler (Bus-Chauffeur) und neu ergänzt durch Rachel Blöchliger (Italienisch-Fachfrau), auf den Weg Richtung Rom machte.
In Rom waren verschiedene Konzerte vorgesehen. Das erste fand in der Schweizerschule statt, wo die FM für die tanzbegeisterten Kinder eine grosse Attraktion war und diese nach dem Konzert sogar um Unterschriften ihrer Stars aus der Schweiz baten. Am selben Ort, im sonnigen Innenhof der Schule, gaben wir abends ein zweites Konzert für den Circolo Svizzero. Neben der Gesamtmusik kam hier auch die Big Band zum Einsatz.
Der Mittwoch begann beim Morgenessen um 7.00 Uhr mit einem überfüllten Hotelsaal, sollte hingegen abends um 21.00 Uhr mit einem gähnend leeren Konzertsaal enden. Wären die Proportionen vertauscht gewesen, hätte dies ein nahezu perfekter Tag in der FM-Geschichte werden können...
In der Zeit zwischen sieben Uhr morgens und neun Uhr abends stand die Generalaudienz im Vatikan auf dem Programm. Dies war ein sehr eindrückliches Erlebnis, denn noch nie hatten wir vor so vielen Leuten gespielt. Als Papst Benedikt XVI. mit dem Papamobil zu seinem erhöhten Platz fuhr, spielten wir gerade munter „Tequila" und in unserem Rücken toste die Menge. Danach, bei der offiziellen Begrüssung aller Pilgergruppen, waren nur 30 Sekunden Zeit, um dem Papst ein Ständchen zu spielen und wir gaben alles! Seither haben wir nun auch ein „Papst-Liedli" im Repertoire.
Wie schon erwähnt, gaben wir gegen Abend, nachdem wir die Stadt ein bisschen auf eigene Faust auskundschaften durften, ein Konzert ausserhalb Roms an einem Pilgerort, wo einst die Gottesmutter erschienen sein soll. Die Akustik in diesem grotten-ähnlichen Raum war grandios, die FM spielte so gut wie nie zuvor und nur fünf Zuschauer, dazu unser Leiterteam, hatten das Vergnügen, dieses einmalige Konzert hören zu dürfen.
Den letzten Tag verbrachten die meisten nach der feinen japanischen Art auf Sightseeing-Tour, bewaffnet mit Stadtplan und Fotoapparat.
So endete diese wunderschöne Reise viel zu schnell und auf dem Heimweg am Freitag war es ziemlich still im Bus, denn alle hatten etwas Schlaf nachzuholen.
Nach den Frühlingsferien fanden wie im Herbst Klassentage statt - und diesmal auch wieder mit den üblichen Ständchen der FM im Abteihof.
Am 9. Juni schliesslich absolvierten wir das Abschiedskonzert im Dorfzentrum, bei welchem neben der Gesamtmusik auch die Big Band und die Gabrielibläser mit einer überzeugenden Leistung die Zuhörer zu begeistern vermochten. Wie jedes Jahr ist dieses Konzert mit einem wehmütigen Unterton verbunden, denn nun müssen wir unsere Sechstklässlerinnen endgültig ziehen lassen. Es verabschieden sich die Maturandinnen Eva Hürlimann (Kapellmeisterin und Klarinettistin), Evelina Croce (Klarinettistin und Saxophonistin), Stefanie Hensler (Saxophonistin), Fabienne Suter (Saxophonistin) und Dominique Zgraggen (Flötistin). Aus anderen Gründen, welche die FM ihren Abschied aber nicht weniger bekümmern lässt, verlassen uns ausserdem Yves Suter (Klarinettist) und Sabrina Lüönd (Klarinettistin).
Ihnen allen wünschen wir von Herzen alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg!

Die Aktuarin: Angela Steinauer


Am Ende dieses Schuljahres bin ich bedeutend optimistischer als vor einem Jahr. Nach dem Verlust fast des gesamten tiefen Blechregisters war es für mich sogar fraglich, ob wir das Laetarekonzert im gewohnten Rahmen durchführen können. Aber auch diesmal funktionierte die Selbst-Regeneration der FM und nach kurzer Zeit waren die verwaisten Plätze wieder besetzt. Das Problem war allerdings die Qualität – und dies nicht nur im tiefen Blechregister! Ich bin Evelina und Martin von Herzen dankbar für ihre Idee und dann auch Durchführung der zusätzlichen Registerproben. Statt eines Dirigenten standen nun gleichzeitig bis zu drei für Proben zur Verfügung. Enorm wichtig waren auch die Einzelproben, welche ich bis zum Ende des Schuljahres durchgeführt habe. Viel Überraschendes – im negativen und positiven Sinn – kam da zum Vorschein. Nach einer gewissen Zeit haben dann aber wohl doch alle gemerkt, dass die Einzelproben nicht dem Abreagieren von sadistischen Gefühlen des Dirigenten sondern dem gemeinsamen Üben und Lösen von Problemen dienen. Das Resultat der zusätzlichen Probenarbeit war auf jeden Fall für alle hörbar und der Aufwand hat sich gelohnt.
Dass die Konzertreise nach Rom kompliziert und eine logistische Herausforderung wird, war mir von Anfang an bewusst. Dank der tollen Mitarbeit des Reiseteams und des Komitees wurden aber alle Schwierigkeiten bereits beseitigt, bevor sie sich negativ auswirken konnten. Ein ganz besonderer Dank gehört der Kapellmeisterin Eva Hürlimann, welche tagtäglich einen aktuellen Bericht mit Fotos ins Internet stellte, um auch die Daheimgebliebenen über unsere Taten in Rom zu informieren. An dieser Stelle möchte ich auf unsere Homepage hinweisen: www.studentenmusik.ch
Nachdem mich meine Assistentin in Rom einmal mehr laut und deutlich darauf aufmerksam machte, dass ich zu viele Tätigkeiten selbst erledige, welche ich ohne weiteres delegieren könnte, haben wir anlässlich der Neuwahlen das Komitee aufgewertet. Das Komitee soll selbständiger und die Autorität der einzelnen Mitglieder innerhalb der FM gestärkt werden. Das Resultat war frappant. Das Einrichten und Abbauen beim Abschiedskonzert und bei den Ständchen klappte auch ohne mein Eingreifen; vermutlich sogar besser…
Dadurch, dass wir dieses Schuljahr nur wenige Mitglieder verlieren, können wir im Herbst auf dem erreichten Niveau weiter aufbauen und wohl auch die Ständchen der Klassentage im September spielen.
Ich freue mich darauf, mit einer motivierten Studentenmusik und einem starken und verantwortungsbewussten Komitee das neue Schuljahr zu beginnen. Und ich hoffe, dass viele neu eintretende Schülerinnen und Schüler den Wert des gemeinsamen Musizierens erkennen und bei uns mitmachen werden!

Marcel Schuler


Leitung
Marcel Schuler

Komitee
Hürlimann Eva 6., Kapellmeisterin
Stebler Yvette 5., Vizekapellmeisterin
Steinauer Angela 5., Aktuarin
Brandenberger Mathias 3., Materialverwalter
Weber Lou 3., Uniformen
Rota Fabio 3., Technik
Croce Evelina 6., weiteres Komiteemitglied
Hensler Stefanie 6., weiteres Komiteemitglied
Fuchs Irmgard 4., weiteres Komiteemitglied
Küchler Martin 4., weiteres Komiteemitglied

Rom-Reise-Team
Frau Rachel Blöchliger, Assistentin
Frau Linda Morgenthaler, Assistentin
Frau Elena Stäger, Betreuerin
Herr Marcell Schuler, Chauffeur

Musiklehrer
Herr Marcel Saurer, Trompete, Horninstrumente und Leiter der Gabrielibläser

Mitglieder der Studentenmusik

Flöte
Zgraggen Dominique 6.
Zehnder Janine 5.
Stebler Yvette 5.
Steinauer Angela 5.
Schuler Sibylle 5.
Florio Tania 3.

Klarinette
Croce Evelina 6.
Hürlimann Eva 6.
Lüönd Sabrina 5.
Stebler Désirée 1.
Lagler Esther 2.
Egli Denise 1.
Blöchliger Michèle 2.
Suter Yves 2.
Kronauer Marco 1.
Feusi Stefan 1.

Alt-Saxophon
Hensler Stefanie 6.
Suter Fabienne 6.
Zehnder Nicole 3.
Gresch Dominik 3.
Saner Sebastian 2.
Croce Susanna 1.
Kälin Regula 4.
Oberlin Lorena 2.

Tenor-Saxophon
Schibli Nadine 2.
Ochsner Patrizia 3.

Trompete
Küchler Martin 4.
Richner Lucas 4.
Mächler Tobias 3.
Egli Valentin 3.
Schibli Michael 1.
Rutishauser Roy 2.

Waldhorn
Lienert Patrizia 2.
Mächler Michael 4.

Tenorhorn
Bodendörfer Elias 4.
Jäger Levy 4.

Posaune
Weber Lou 3.
Gresch Martina 5.

Sousaphon
Fuchs Irmgard 4.

Bass-Gitarre
Küchler Robin 3.
Wenger David 4.

Drums
Brandenberger Mathias 3.
Süss Dominik 1.

Technik
Rota Fabio 3.